Ein PIM (Product Information Management) ist ein System, in dem ein Unternehmen alle Produktinformationen zentral pflegt und von dort an alle Kanäle ausspielt, etwa an Website, Shop, Katalog oder Händler. Statt dieselben Daten in mehreren Listen zu pflegen, gibt es eine Quelle, die für alle gilt.


Klingt erstmal nach einer weiteren Datenbank. Der Unterschied liegt darin, was du damit nicht mehr tun musst.
Wir haben schon Produktdaten gesehen, in denen dieselbe Eigenschaft unter vier Namen auftauchte: „Breite“, „Br.“, „Breite (mm)“ und „width“. Für Menschen ist klar, dass das dasselbe ist. Für ein System sind es vier verschiedene Merkmale.
Das Ergebnis: Dieselbe Information steht mehrfach da, mal mit Wert, mal ohne, mal mit einem anderen. Welcher stimmt, weiß irgendwann niemand mehr. Und wer im Shop nach Breite filtert, findet nur einen Teil der Produkte.
Die gute Nachricht: Das lässt sich lösen, bevor das PIM überhaupt live geht. Deshalb gehört das Aufräumen bei uns zur Vorbereitung: Bezeichnungen zusammenführen, doppelte Angaben bereinigen und für jede Eigenschaft genau einen Namen festlegen. Danach heißt die Breite nur noch Breite.
Die drei Begriffe tauchen oft zusammen auf, und das nicht ohne Grund. Sie greifen ineinander, machen aber unterschiedliche Jobs.
Vereinfacht gesagt: Das ERP weiß, was ein Produkt kostet und ob es da ist. Das PIM weiß, wie du es beschreibst. Und das DAM hat die Bilder dazu.
Wer im Produktmanagement arbeitet, pflegt die Daten meist selbst. Marketing und Vertrieb profitieren davon, weil sie sich auf das verlassen können, was im System steht. Und die Geschäftsführung merkt es spätestens dann, wenn ein neuer Kanal dazukommt und nicht wieder alles von vorn eingepflegt werden muss.
Der größte Vorteil: Deine Produktdaten stimmen überall gleich. Daraus folgt der Rest. Neue Produkte sind schneller in allen Kanälen, ein neuer Shop oder Marktplatz ist kein Großprojekt mehr, und es landen weniger Fehler beim Kunden. Außerdem verbringt dein Team weniger Zeit damit, Listen abzugleichen.
Ein PIM ist kein Selbstläufer. Am Anfang steht Arbeit: Daten zusammentragen, bereinigen, Zuständigkeiten klären. Und es braucht jemanden, der sich verantwortlich fühlt. Ein PIM, das niemand pflegt, ist nur eine teurere Excel-Liste.
Es gibt keine feste Produktzahl, ab der es sich rechnet. Bessere Anzeichen sind: Du gleichst regelmäßig Listen ab, Fehler fallen erst beim Kunden auf, oder ein neuer Kanal bedeutet wochenlanges Einpflegen. Erkennst du dich in einem davon wieder, lohnt sich der Blick.
Alles, was ein Produkt beschreibt: technische Merkmale, Maße, Materialien, Varianten, Produkttexte, Übersetzungen und die Zuordnung zu Kategorien. Preise und Lagerbestände bleiben meist im ERP. Bilder und Dokumente werden verknüpft, liegen bei vielen Medien aber besser in einem DAM.
Weniger als heute, wenn das PIM gut aufgesetzt ist. Du pflegst jeden Wert nur noch einmal statt in jeder Liste. Den meisten Aufwand macht nicht das System, sondern die Frage, wer für welche Daten zuständig ist. Die sollte vor dem Start geklärt sein.
Ja, das ist sogar der Normalfall. Das PIM holt sich zum Beispiel Artikelnummern aus dem ERP und spielt die fertigen Produktdaten an Shop, Website oder Händler aus. Wie aufwendig das ist, hängt davon ab, wie offen deine bestehenden Systeme sind.
Die werden übernommen. Meist liegen sie verteilt in Excel-Listen, im ERP und im Shop, und nicht alles passt zusammen. Die Migration ist deshalb auch eine gute Gelegenheit zum Aufräumen. Ehrlicherweise ist sie oft der aufwendigste Teil der Einführung.
Das hängt weniger vom System ab als von deinem Ausgangspunkt. Den größten Einfluss haben Menge und Zustand deiner Daten und die Zahl der Schnittstellen. Einen festen Liefertermin legen wir nach dem Anforderungsworkshop fest, zusammen mit dem Festpreis.
Das System ist selten der größte Posten. Die Kosten hängen vor allem davon ab, wie viele Produkte und Kanäle du hast, in welchem Zustand deine Daten heute sind und wie viele Schnittstellen angebunden werden müssen.
Dazu kommen laufende Kosten für Lizenz, Hosting und Maintenance. Wie hoch die sind, hängt stark davon ab, ob du ein Open-Source-System oder eine Lizenzlösung nutzt.
Einen belastbaren Preis gibt es erst, wenn klar ist, was das PIM am Ende leisten soll. Deshalb setzen wir uns vorher mit dir zu einem kostenlosen Anforderungsworkshop zusammen. Danach bekommst du einen Festpreis statt einer Schätzung.
ERP
Was drin steckt: Artikelnummern, Preise, Lagerbestände, Bestellungen
Wofür es da ist: Kaufmännische Abläufe steuern
PIM
Was drin steckt: Beschreibungen, Merkmale, Varianten, Übersetzungen
Wofür es da ist: Produkte verständlich und verkaufsfähig darstellen
DAM
Was drin steckt: Bilder, Videos, Datenblätter, Logos
Wofür es da ist: Medien finden, verwalten und in der richtigen Version nutzen