Wir setzen schon lange PIM & DXP Produkte für unsere Kunden ein. Grund genug, um uns erneut umzusehen und das beste PIM für die Baubranche herauszusuchen. In der folgenden Gegenüberstellung findest du die 5, die es in unsere Auswahl geschafft haben - samt Vor- & Nachteile für und gegen bestimmte Softwarelösungen.


Die meisten PIM-Systeme im Markt wurden sehr generisch für verschiedene Branchen und Produkte entwickelt. Der einfachste Einsatzzweck (wenn man überhaupt von einfach sprechen kann) findet sich dabei im Einzelhandel. Im Bereich Bauen kommen Anforderungen an die Datenverwaltung hinzu, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Während z.B. für den Baustoffhändler chemische Zusammensetzungen von Relevanz sind, sind für Bemusterungsvorgänge Produktdaten aus den Bereichen Fußböden, Sanitär oder Elektro genauso wichtig. Überaus komplex wird es, wenn zusammengesetzte Produkte wieder neue Produkte ergeben oder endlose Produktvariationen ins Spiel kommen. Nicht zuletzt seien auch die Schnittstellen zu Planungssoftware und der Einsatz von BIM erwähnt, den letztlich kein PIM System nativ integriert.
Wir haben uns ein paar Top-Kandidaten herausgesucht und möchten dir mit dieser Analyse die Auswahl des richtigen PIM Systems für die Bauindustrie erleichtern.
Was vor etwas mehr als 10 Jahren als Newcomer in Österreich gegründet wurde, ist mittlerweile keine Unbekannte mehr. Das Open-Source System kann mittlerweile locker im Enterprise-Level mithalten und vereint PIM, DAM, DXP sowie CMS in einer einzelnen integrierten Plattform. Das unterscheidet Pimcore von allen anderen PIM-Systemen doch sehr. Partnerschaften mit Softwaretools sowie Implementierungspartner stellen sicher, dass Pimcore keine Insellösung bleibt.
Pimcore bietet alle nötigen Funktionen, um Daten, Varianten, Ausprägungen zu modellieren und zu verwalten. Darüber hinaus geht Pimcore noch weiter und lässt sich als zentrale Datenbank für weitaus mehr nutzen als lediglich für Produktdaten. Aufgrund des offenen Quellcodes, der Flexibilität von Pimcore und der individuellen Erweiterungsmöglichkeiten ist es die beste Wahl, wenn du Individualisierung, Workflows oder Portale benötigst und Integration dein Wettbewerbsvorteil ist.
Wir haben Pimcore schon über 40 mal implementiert und können es insgesamt empfehlen. Mehr zu Pimcore
🟢 Open Source und quelloffen
🟢 Sehr flexibel für Custom-Workflows/Portale + PIM in einem System
🟢 Integriertes System samt DAM & DXP eignet sich für sehr viele Szenarien
🟡 BIM nicht nativ, aber durch hohe Flexibilität anzubinden
🟡 Erfolg hängt vom Implementierungspartner ab
🟡 Lizenzpflichtig ab € 5M Umsatz
🔴 Kein Plug+Play / Dedizierte Implementierung nötig
Akaneo ist im Gegensatz zu Pimcore ein reines PIM. Dieses allerdings mit einem starken Integrationsansatz und einem großen App-Ökosystem. Das System bewirbt die bezahlte Nutzung in der Cloud, bietet aber auch eine kostenlose Open-Source Version (Community Edition). Akaneo verfolgt dennoch den MACH Ansatz: Microservices, API-first, Cloud-native und Headless. Bedeutet, dass du Akaneo installierst, konfigurierst, deine Produktdaten ablegst und schließlich außerhalb von Akaneo über API, Importe und/oder Exporte die Individualisierung bzw. die Anbindung deiner weiteren Systeme verfolgst.
🟢 Klarer PIM Fokus - schnell aufgesetzt und verständlich
🟢 Kostenlose Community Edition
🟡 Nur als Produktkatalog nutzbar
🟡 Kein DAM/DXP/CMS
🔴 Wichtige Features erst hinter der Paywall
🔴 Preis steigt bei Wachstum schnell auf mindestens € 25.000 im Jahr
Centric positioniert Centric PXM als KI-unterstütztes Product Experience Management inkl. PIM & DAM und Content-Distribution/Syndication über viele Kanäle. Das passt besonders gut, wenn du Produktcontent nicht nur verwaltest, sondern kanal- und sprachspezifisch automatisiert transformieren und ausspielen willst.
🟢 PIM + DAM + starke Syndication/Channel-Automation in einem PXM-Ansatz
🟢 Fokus auf Prozess-/Automationshebel
🟡 Preise nicht öffentlich - Lizenzen aber wahrscheinlich im Enterprise-Niveau
🟡 Vendor-Ökosystem/Connectoren im Detail prüfen / ob diese wirklich fertig sind
🟡 Proprietäres System, keine freie Version oder Open-Source
🔴 Integrationskosten können steigen, wenn viele Spezialkanäle/Custom-Formate notwendig sind
inriver ist stark, wenn du Produktdaten als „Motor“ für E-Commerce-Journeys und Omnichannel-Ausleitung betrachtest. Es gibt ein Partner-Marketplace/Ökosystem mit Integrationen und Connectoren (u. a. in Richtung Commerce/CMS-Stacks), was für Baustoffhandel und Multi-Channel-Szenarien relevant ist.
🟢 Fokus auf komplexe Produkthierarchien / interessant für Hersteller
🟢 Automatisiert das Senden der Daten an Partner/Hersteller um Produktkataloge up-to-date zu halten
🟡 Preise nicht öffentlich - Lizenzen aber wahrscheinlich eher für Unternehmen mit > 100M Umsatz tragfähig
🟡 Keine Individualentwicklung, da geschlossener SaaS Ansatz
🔴 Veraltetes User Interface (UI) kann schwerfällig wirken
🔴 Schwerfällige Implementierung / erfordert einiges an Konfigurationsaufwand
Perfion ist besonders attraktiv, wenn deine Welt stark ERP-getrieben ist (typisch im Baustoffhandel und bei Vorfertigern). Die anderen können es zwar auch, aber Perfion wird explizit als Lösung beworben, die sich nahtlos an gängige ERP-Systeme wie Microsoft Dynamics und SAP anbinden lässt – und dafür auch Add-in/Architekturpfade hat. Wir selbst hatten Perfion noch nicht im Einsatz, das vollkommen veraltete User Interface schreckt uns allerdings ehrlich gesagt auch sehr ab.
🟢 Sehr stark in ERP-Integration (Dynamics/SAP-Nähe)
🟡 Preise nicht öffentlich - Lizenzen aber wahrscheinlich im Enterprise-Niveau
🟡 Proprietäres PIM, kein Open-Source-Core
🟡 Microsoft-Zentrierung ist ein Vorteil – kann aber in Nicht-MS-Stacks mehr Anpassung bedeuten
🔴 Systemweiterentwicklung läuft über den Anbieter/Partner
🔴 Schreckliches User Interface
🔴 UI/Workflow Erlebnis kann je nach Implementierung stark variieren
Wir unterstützen Unternehmen in der Bau-Branche bei der Entwicklung einer KI- und Digitalisierungsstrategie sowie bei der Auswahl der richtigen Software-Tools zur Umsetzung deiner Strategien. Kontaktiere uns gerne ganz unverbindlich für unseren 30 Tage Digitalisierungs Roadmap oder einer ersten Einschätzung deiner Situation.
Was sich (leider) abschließend sagen lässt ist, dass schließlich kein PIM speziell auf die Baubranche ausgerichtet wurde. Man merkt es auch ziemlich deutlich, wenn man auf den Webseiten der Hersteller die Branchen-Schwerpunkte prüft. Diese liegen nämlich zumeist bei E-Commerce-nahen Branchen wie Mode, Möbel, Elektronik oder Nahrungsmittel. Dennoch hilft ein PIM dabei Daten und Medien sauber und zentral abzulegen, anzureichern und für verschiedene Kanäle, Kataloge oder auch Portale bereitzustellen. Unsere Wahl und unsere Empfehlung liegt dabei in den meisten Fällen bei Pimcore - denn das bietet schließlich die größte Flexibilität um nicht nur "Produktdaten" sondern allgemein jegliche Form von "Daten" zu verarbeiten und zu vernetzen.
Im Fazi können wir, je nach Einsatzzweck, insbesondere zwei Systeme empfehlen:
Für Vorfertigung, Bemusterung, Variantenlogik und kundenspezifische Portale ist Pimcore die klar beste Wahl, weil es PIM, DAM und CMS/DXP in einer hochgradig individuell erweiterbaren Plattform vereint. Gerade wenn Bemusterung, Konfiguratoren, Kunden- oder Partnerportale und spätere Anbindungen an Planungs- bzw. BIM-Systeme gefragt sind, bietet Pimcore die nötige architektonische Freiheit, die klassische PIM-Suiten nicht liefern.
Für Baustoffhandel sowie Marktplatz- bzw. eCommerce-Anbindungen (ohne Anspruch an individuell entwickelten oder angebundenen CMS oder Portalen) ist Akeneo die beste Wahl, weil es ein fokussiertes, etabliertes PIM mit starkem App- und Integrations-Ökosystem ist. Gerade bei vielen Vertriebskanälen und standardisiertem Datenaustausch spielt Akeneo seine Stärke aus, ohne durch Plattform-Komplexität unnötig schwer zu werden.